Sechs Leitwerte für digitalen Fern- und Hybrid-Unterricht

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Was zeichnet eigentlich guten, zeitgemäßen und digitalen Unterricht (auf Distanz) aus?

Tim Kantereit hat dafür die „Neun Anzeichen für zeitgemäßen Unterricht“ entwickelt und diese während der coronabedingten Schulschließung weiterentwickelt und kondensiert. Herausgekommen sind die „Sechs Leitwerte für digitalen Fern- und Hybrid-Unterricht“ – als Infografik in dem von ihm herausgegebenen Buch „Hybrid-Unterricht 101“

… und hier auch nochmals zum Nachlesen als Blogartikel! Dabei geht es um Themen wie z.B. was zu formativer Bewertung dazu gehört, was man unter agiler Didaktik versteht oder wie man im Unterricht auf Distanz starke Beziehungen aufbauen kann.

Fangen wir also mal an!

Starke Beziehungen

Im digitalen Lernen mit physischem Abstand muss man soziale Nähe aufbauen. Lernen braucht nach wie vor Beziehung. Starke Beziehungen baut man durch gegenseitiges Vertrauen auf. Vertrauen steht also über Kontrolle. Des Weiteren sollte man als Lehrer*in im digitalen mit Video- und Audiobotschaften und -anweisungen arbeiten. Lass dich sehen und hören!

Klar und Einfach

Arbeite mit klaren Arbeitsaufträgen. Halte es einfach. Einfache Sprache mit Bildern, Audios und Videos. Eine einfache Übersicht. Nutze Tools, die nur wenige Funktionen haben, wie z.B. Flinga, zur kollaborativen Arbeit.

Kollaboration

Nutze die Macht der Peergruppe. Bilde kleine Teams innerhalb der Klasse. Versuche Arbeitsaufträge so zu stellen, dass die SuS diese gemeinsam gut bewältigen können. die Peergruppe kann unterstützen und helfen, wenn jemand Probleme hat. Gib Verantwortung ab und schaffe dir Entlastung. Halte die Teams dazu an, ihre Arbeitsweise jede Woche zu reflektieren.


Mehr zum Thema, was gelungenen Hybrid-Unterricht ausmacht und welche Tipps & Tools sich für ihn bewährt haben, erzählt Tim in unserem Podcast eduBlurbs.


Feedback

Feedback ist in digitalen Lernsettings unbedingt wichtig. Feedback von SuS an Lehrkräfte zur Lernumgebung, zur Betreuung und zu den Aufgaben kann halfen, das Lernen der SuS zu verbessern. Peer-Feedback entlastet die Lehrkraft. Im Präsenzunterricht wird Feedback auch über Körpersprache nonverbal mitgeteilt. Gib deshalb möglichst viel Feedback per Audio und Text oder durch Bilder.

Formative Bewertung

Nutze überwiegend formative Bewertung durch das Erstellen von Podcasts, Erklärvideos, Infografiken, Blogbeiträgen, Lernjournalen etc. Biete die Möglichkeit zur Überarbeitung. Ersetze einfach so viele schriftliche Klassenarbeiten und Tests durch formativ bewertbare Alternativen. Diese können auch in Teams erarbeitet werden und fördern so die 4K. Sie motivieren eher zum Lernen als Tests.

Agile Didaktik

In den Präsenzphasen des Hybrid-Unterrichts bietet es sich an, die SuS Probleme und Fragen thematisieren zu lassen. Unterrichte nicht einen Plan ab, sondern konzentriere dich auf die tatsächlichen Bedürfnisse der SuS. Höre ihnen zu, nimm wahr, was sie bewegt und entwickle daraus deinen Unterricht spontan. Präsenzphasen im Unterricht oder in Videokonferenzen eignen sich dafür.


CC BY-SA 4.0 Tim Kantereit @Herr_Ka_Punkt entnommen aus dem Buch „Hybrid-Unterricht 101“


Zum Weiterlesen

Gut zwei Monate lange haben 33 Autor:innen in einem kollaborativen Schreibprozess Ideen und Impulse zur Verzahnung von Präsenz- und Online-Distanzunterricht gesammelt.

Dabei herausgekommen ist das deutschlandweit erste Buch zum Hybrid-Unterricht – mit bisher über 20.000 Downloads, 2.000 verkauften Printexemplaren – sowohl für Lehrkräfte in Ausbildung, als auch für erfahrenere Kolleg:innen.